Wenn du gerne draussen im Wald oder in der Natur übernachtest, stellt sich die Frage, wie deine Outdoor Ausrüstung für die Nacht am besten aussieht. Hier stelle ich eine leichte Alternative zum Zelt vor: eine Hängematte mit Tarp darüber ist nicht nur sehr bequem zum übernachten, sondern auch fürs Chillen und für die ausgedehnte Siesta auf dem Trail.

Warum ein Zelt wenn es Hängematten gibt?

Der Klassiker für das Schlafen draussen ist sicherlich die Kombination aus Schlafsack, Isomatte und Zelt. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, wenn dir das Gesamtgewicht dieses Schlafsystems nicht zu hoch ist. Denn wenn du draussen schläfst, kommt ja noch ein Kocher und Verpflegung dazu, und schnell landest du bei 15 kg Gewicht auf deinem Rücken für die gesamte Outdoor Ausrüstung.

Good old hammock

Hängematte in einer Schutzhütte aufgehängtAber es gibt Alternativen, wenn du bereit bist, auf ein Zelt zu verzichten. Im allgemeinen wird dann von einem “Biwak” oder einem “Shelter” gesprochen, wenn du unterwegs einen Wetterschutz baust, dabei aber auf ein Zelt verzichtest. Ein Shelter-Klassiker ist daher das Tarp, also eine Art Plane, die du als Schutz von oben oder von der Seite abspannst, ohne dass dadurch ein “geschlossener Raum” entsteht. Wenn du nicht darauf angewiesen bist, dich gegen Insekten zu schützen, ist ein Tarp eine gute Option für echte Outdoor-Fans. Und wenn wir schon beim Tarp sind, ist die Hängematte nicht mehr weit. Fast kann man sagen, dass es in der Outdoor-Szene die “Zelt-Fraktion” gibt und die “Hammock-Fraktion” (wie die Hängematte auf englisch heisst).

Ja, für manche Leute (und bestimmte Verhältnisse) ist die Kombination aus Tarp & Hängematte ein vollwertiger Zeltersatz, und ich gehöre auch dazu.

Warum Hängematten so geil sind

Die grössten Vorteile des Hängematten-Biwaks

– leichter als ein Zelt
– sehr bequem, wenn man weiss wie / bzw. sich einmal damit befasst hat, wie sie richtig aufgehängt wird
– der Boden kann auch vollkommen uneben sein, sehr steinig, oder steil sein
– der Untergrund kann auch sehr nass sein, ohne dass es dir was ausmacht
– die einfachste und leichteste Isomatte reicht vollkommen aus um bequem zu liegen
– eine einfache Isomatte wiegt ebenfalls weniger als eine gute selbstaufblasende Isomatte, wie ich sie am Boden bevorzugen würde
– eine Hängematte steht innerhalb von 1 Minute als Bett zur Verfügung, wenn ich unterwegs ein Nickerchen machen will
– eine Hängematte inklusive Tarp ist meist günstiger als ein Zelt

Nachteile der Hammock

– man braucht etwas, an dem man die Hängematte festmachen kann – Bäume oder stabile Balken in einer Hütte
– kein geschlossener /geschützter Raum vorhanden, also auch kein Schutz gegen Insekten
– kein Windschutz fürs Kochen oder das Verstauen vom Gepäck
– kein Boden, auf dem man Sachen trocken ablegen könnte (wenn’s regnet und die Hängematte draussen aufgehängt ist)
– es braucht etwas Übung, um darin bequem schlafen zu können
– wenn du zu zweit unterwegs bist, ist ein Zelt vermutlich einfacher zu handhaben als zwei Hängematten mit zwei Tarps

Gut zu wissen

Hängematte mit Tarp bei SchneeZugegeben, man muss etwas “out of the box” denken, um auf die Idee zu kommen, dass ein Schlafsystem aus Hängematte und Tarp ein Zelt ersetzen kann. Nach einigen Touren mit dieser Kombination bin ich aber völlig überzeugt davon. Es bedeutet für mich Freiheit, mit minimalstem Gepäck und etwas Gespür für die Möglichkeiten der Natur unterwegs zu sein. Für mich war es wichtig zu verstehen, wie eines ins andere greift und damit die Vorteile wirksam werden. Man könnte fast sagen, das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile:

Weniger Gewicht:
– Ein Tarp ist leichter als ein Zelt. Wenn ich auf dem Boden schlafe, brauche ich aber eine gute Iosmatte.

Bequem liegen:
– Im Zelt würde ich ebenfalls auf eine gute Iosmatte wert legen, weil erholsamer Schlaf nun mal extrem wichtig für deine Energieressourcen ist. Eine gute Iosmatte wiegt aber schnell das doppelte einer Thermarest Ridge-Rest – und diese ist in der Hängematte völlig ausreichend.

Leichte Isomatte und leichtes Tarp:
– Nur mit einer Hängematte kann ich den Gewichtsvorteil einer leichten Iosmatte und des Tarps wirklich nutzen.

Brauche keine Zeltunterlage:
– Da ich mit der Hängematte vom Boden weg bin, kann ich auch auf eine Zeltunterlage verzichten.

Einfache Handhabung:
– Keine Kombination ist schneller auf- und abgebaut. Oft breche ich vor Sonnenaufgang auf und mache über Mittag eine ausgedehnte Pause. Nicht selten spanne ich dann kurz die Hängematte auf und mache einen Mittagsschlaf. Nach der Pause gehts dann mit frischer Energie weiter zum nächsten Nachtlager.

Wildes Campen ist in Deutschland nicht erlaubt:
– Wildes Campen ist bei uns in Deutschland rechtlich ein Graubereich. Eindeutig illegal ist der Aufbau eines Zeltes (Zeltstangen, umschlossener Raum); ob eine Hängematte als “Camp” aufgefasst wird, ist umstritten. Tendenziell würde man damit aber eher in Richtung “Biwak” argumentieren können, was rechtlich theoretisch erlaubt ist. Aber das ist natürlich Ansichtssache… deshalb will ich mich da nicht festlegen. In Frankreich ist wildes Campen auch nicht erlaubt. Erfahrungsgemäss kann man aber sagen, dass an einer offiziellen Feuerstelle oder Schutzhütte für eine Nacht toleriert wird. Eine Alternative ist, dass du einen Bauer fragst ob du über Nacht bleiben darfst.

Meine Empfehlung:
Ultralight Hängematte eno sub7

ENO ist ein bekannter Hängematten-Hersteller aus den USA. Das Modell sub7 zeichnet sich durch ein sehr leichtes Gewicht aus. Ich habe es selbst seit ca. 2 Jahren ständig im Einsatz. Das Material 70d Nylon Taffeta ist trotz des geringen Gewichts sehr widerstandsfähig. Die Abmessungen sind ca 90 X 310 cm und das Packmass ist extrem klein. Das Gewicht liegt bei 260 Gramm inklusive der 6 mm Reepschnur, die ich zum Befestigen verwende.

ENO Sub7 auf Amazon (affiliate Link)

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